Bei bestem Frühlingswetter fand am vergangenen Freitag im Wermsdorfer Wald eine besondere Tagung statt. Der Sachsenforst hatte zur „15. Wermsdorfer Regionaltagung“ eingeladen – passenderweise einen Tag vor dem „Internationalen Tag des Waldes“. Nach bereits 14 Veranstaltungen sollte man meinen, unsere Waldbesitzer sind nun umfassend informiert, doch die Veranstaltung im Forstbezirk Leipzig belehrt alle Teilnehmer eines Besseren.
Auf dem diesjährigen Treffen konnte sich die große Teilnehmerzahl an fünf Stationen zum Thema „Verkehrssicherung im Wald -rechtliche Rahmenbedingungen und praktische Umsetzung“ informieren und Fragen erörtern.
Ein seit Jahren bekanntes Problem für Waldbesitzer sind Bürokratie & Auflagen. Denn, viele gesetzliche Vorgaben zu Naturschutz, Bewirtschaftung, Aufforstung kosten viel Zeit und Geld. Darüber hinaus sind Förderprogramme oft kompliziert oder schwer zugänglich. Deshalb setze ich mich als Naturschutzpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion Sachsen weiterhin für eine Vereinfachung von Förderprogrammen, einer konsequenten Digitalisierung sowie einer Bündelung von Vorschriften auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene ein. Zudem braucht es – wie bei unseren Landwirten – mehr Beratung statt Bürokratie durch den Ausbau unabhängiger Forstberatung was vor allem kleinen Privatwaldbesitzern zu Gute kommt.
Bestandsbehandlung macht Folgen gestörter Schutzfunktionen sichtbar
Die vorausschauende Bestandsbehandlung ist für viele Waldbesitzer mit Blick auf die Reduzierung von Verkehrssicherungskosten ein interessantes Thema. Müssen Waldbesitzer doch dafür Sorge tragen, dass von den Bäumen keine Gefahren oder Schäden für andere ausgehen.
Doch auch hier wurde deutlich, was wir gerade mit Blick auf Windenergieanlagen oder Solarparks in sächsischen Wäldern immer wieder kritisieren: die Schutzfunktion des Waldes wird durch die Entnahme von vitalem Baumbestand massiv geschädigt.
Die Erosions- und Bodenschutzfunktionen werden aufgelöst und machen den Wald immer mehr zur Problemzone bei Stürmen, dem Wasserhaushalt und nicht zu guter Letzt als Lebensraum für Lebewesen. Aber das interessiert die Grünen Sektenanhänger mit der Sonnenblume im Landtag natürlich wenig. Ordnen sie doch der Gewinnung von volatilen Energien alles unter, was dieses Land lebens- und liebenswert macht.
Drei weitere Stationen sensibilisierten die Teilnehmer für die sicher Fällung und Entnahme zur Verkehrssicherung. Neben Forstspezialtechnik, wurde auch der Einsatz der Baumkletterer sowie die seilwindenunterstütze Fällung anschaulich erläutert. Eine – wie gewohnt durch den Sachsenforst sehr gut organisierte und lehrreiche Veranstaltung – die alle Vertreter von Kommunen und Behörden sowie Forstunternehmern und Privatleuten vor Ort begeisterte.
Vor diesem Hintergrund steht der heutige „Tag des Waldes“ in diesem Jahr unter dem Motto „Wälder und Wirtschaft“ – aus meiner Sicht sehr aktuell. Denn, lange wurde der Wald nur als Holzlieferant betrachtet.
Heute weiß man, der Wald ist das Fundament für eine nachhaltige Entwicklung, indem er die Produktivität gerade in strukturschwachen Gegenden steigern und gesunde Wassereinzugsgebiete sichern kann. Er ist eine unverzichtbare Grundlage für die Landwirtschaft und unsere Böden. Von der Bereitstellung sauberer Trinkwasserressourcen bis hin zum Schutz der Böden und der Regulierung des Klimas leisten Wälder Ökosystemdienstleistungen, die auch für moderne Volkswirtschaften unbezahlbar sind – Stichwort Wind- und Solaranlagen in Waldgebieten.
Forstprodukte bieten z.B. innovative, naturbasierte Lösungen, um bei Bedarf kohlenstoffintensive Materialien wie Stahl, Beton oder Kunststoffe zu ersetzen. Natürlich immer im richtigen Maß!
Wald dient letztlich auch jedem von uns persönlich als Kraftquelle zur Erholung und Entspannung vom alltäglichen Wahnsinn.